Küche

Südstaatenkost und Höhenflüge

In Georgia liebt man die regionale Küche. Kein Event, keine Party ohne die ganze Bandbreite an Köstlichkeiten. In Atlanta findet man darüber hinaus einige der besten Köche der Welt.

Speiselatein

Die typische Südstaaten-Mahlzeit besteht aus einer Sorte Fleisch – meist Huhn, Schwein oder Rind – sowie mehreren Gemüsesorten. Das heißt dann "Meat and three" ("Fleisch plus drei"). Besonders preisgünstige Angebote im Sinne eines Tagesgericht bezeichnet man auch als "blue plate special", da es häufig auf einer blauen Tafel angekündigt wird. Früher war dieser Ausdruck in Restaurants durchaus im Wortsinn geläufig, vor allem in Diners. Heute aber wird der Begriff eher umgangssprachlich verwendet.

Gemüse und Brot

In der Südstaatenküche sind die Beilagen ebenso wichtig wie das Fleisch – wenn nicht sogar wichtiger. Typisch sind Cole Slaw , Kartoffelpüree, Süßkartoffeln und Gemüse wie Okra, grüne Bohnen, Mais oder Greens: die Blätter von Rüben, Senf oder Gemüsekohl. Auch Brot darf bei keinem guten Südstaaten-Mahl fehlen. Zu den Klassikern zählen Maisbrot – mal süß, mal herzhaft – sowie die typischen weichen Brötchen (biscuits). In guten Restaurants sind sie stets hausgemacht; viele Rezepte werden über die Generationen weitergereicht.

Barbecue

Ein Pfeiler der Südstaatenküche ist das Barbecue – oder einfach BBQ. Für ein gutes BBQ wird normalerweise Schweine- oder Rindfleisch langsam auf dem Grill gegart und dann mit Sauce serviert. Diese basiert meist auf Senf oder Essig und kann variieren von süßlich-mild über würzig bis hin zu höllenscharf. Viele Restaurants servieren mehrere Saucen, damit jeder Gast auch das bekommt, was er mag. Häufig gibt es Barbecue bei Sommerfesten, etwa am Unabhängigkeitstag, oder bei Gartenpartys. Sogar in der Politik des Staates Georgia spielt es eine wichtige Rolle: Jede Parlamentsperiode beginnt mit dem "Wild Hog Supper", einem großen Wildschwein-Grillfest, und manch ein BBQ-Restaurant dient auch als Stammlokal von Lokalpolitikern. Der Begriff "Barbecue place" bezeichnet heutzutage ein Restaurant. Traditionell aber war ein BBQ stets ein besonderes Ereignis, das normalerweise im Freien und meist am Wochenende oder an Feiertagen stattfand. Manche BBQ-Restaurants öffnen nur am Wochenende. Traditionslokale können durchaus mal wie ein Straßenstand aussehen. Häufig aber gibt es gerade dort das beste Barbecue.

Frühstück

Ein ausgedehntes Frühstück genießt man heutzutage eher am Wochenende: mit Eiern, Speck, Schinken oder Würstchen sowie Biscuits – und Grits. Darunter verstehen Südstaatler eine Art Polenta, die aus geschrotetem Mais gekocht wird. Man isst es mit Butter und Salz, manchmal auch mit Käse. Ein leckeres schnelles Frühstück bekommen Sie bei Krispy Kreme. Die Doughnut-Kette existiert bereits seit 1937 und ist vor allem für die Ausführung der fettgebackenen Kringel mit Zuckerguss bekannt.

Küchentrends

Traditionelle Südstaatenkost ist beileibe nicht alles, was die Köche Georgias zu bieten haben. Zwar sind hier wie überall die großen Ketten präsent – vom Stehimbiss bis zum Sitzlokal. Georgia glänzt aber auch mit Küchenkünstlern, die immer wieder zu Höhenflügen ansetzen. Schließlich ist der Staat ein Mekka für Einwanderer, und dies spiegelt sich auch in der Bandbreite internationaler Spezialitäten. Der Kulturmix hat auch die Fusion-Küche inspiriert, die Aromen ganz verschiedener Herkunft in einem Gericht vereint. Manche Restaurants geben damit der traditionellen Südstaatenküche einen neuen Dreh und kreieren Gourmetsensationen. Die im steilen Aufwind begriffene Genießerszene Atlantas animiert weiterhin Spitzenköche zur Eröffnung neuer Restaurants, und viele werden in internationalen Gourmetführern hoch gelobt.

Gut zu wissen

Aufgrund der Büro-Öffnungszeiten sind an Werktagen Restaurants mit Mittagskarte zwischen 12 und 13.30 Uhr besonders gut besucht. In vielen Lokalen der gehobenen Klasse nutzen um diese Zeit auch Geschäftsleute das Mittagessen für Besprechungen. Am Wochenende sind die Restaurants zur gleichen Zeit geöffnet, aber weit weniger ausgelastet – es sei denn, sie bieten Brunch an. Beliebte Brunch-Lokale können zwischen 10 und 14 Uhr sehr voll sein. Stellen Sie sich also auf Wartezeiten ein oder fragen Sie, ob Sie reservieren können. Amerikaner nehmen ihr Abendessen meist zwischen 18 und 20 Uhr ein. Generell findet man am Abend unter der Woche leichter einen Tisch als am Wochenende, besonders beliebte Lokale sind aber immer recht voll. Am Wochenende füllen sich die Plätze zwischen 19 und 21 Uhr sehr schnell. Rufen Sie am besten an und fragen, ob Sie reservieren können, oder gehen Sie außerhalb der Spitzenzeiten. Wenn Sie in einem Restaurant mit Bedienung speisen, denken Sie bitte daran, ein Trinkgeld zu geben. Die Spanne reicht von mindestens 15 bis zu 20 Prozent des Rechnungsbetrags. In Restaurants mit Bedienung setzt man sich nicht einfach an einen Tisch, sondern lässt sich Plätze zuweisen. In Fastfood-Restaurants ist es keine Pflicht, Trinkgeld zu zahlen. Meist steht aber dort ein Gefäß für einen freiwilligen Obulus. Auch ist es in der Fastfood-Gastronomie üblich, dass die Gäste sich selbst einen Tisch suchen.

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Linktipps

Wirtschafts-Informationen in deutscher Sprache über Investitionen in Georgia, Handel und Beziehungen zwischen Hochschulen beim State of Georgia, European Office