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Alles Peanuts: Georgias Erdnüsse

Die Erdnuss gibt 50.000 Menschen im Staat Georgia Arbeit. Reisende erfahren hier alles über die Nuss, die gar keine ist. Und über den Erdnussfarmer Jimmy Carter, der für einige Jahre erst als Gouverneur nach Atlanta und dann als Präsident nach Washington ging, um dann auf seine Scholle bei Plains zurück zu kehren.

Spätestens seit 1976, als der berühmteste aller Erdnussbauern ins Weiße Haus einzog, erfuhr die Welt: Georgias Peanuts sind einfach Spitze! Die Jugend des Altpräsidenten in Plains ist das Thema des Jimmy Carter National Historic Site in dem winzigen Ort, den man im Westen des Staates Georgia findet. Besucher sehen ein Klassenzimmer aus Carters Kindertagen und das restaurierte Büro des Rektors. Eine Ausstellung gewährt Einblicke in Carters Weg von der Erdnuss zur großen Politik und wieder zurück. In den umliegenden Gebäuden erzählt Carter selbst über Lautsprecher von der Farm und ihren Erdnüssen. Wer die Farm besucht, sollte einen Apfel dabei haben - der Esel Francis freut sich darüber noch mehr als über Peanuts.  

Erdnüsse, natürlich aus Georgia

Doch Erdnüsse in Georgia stehen für weit mehr als Jimmy Carter. Subtropisches Klima, viele Sonnentage und fruchtbare Äcker sind die Gründe dafür, dass Georgia 45 Prozent der in den USA verkauften Erdnüsse produziert. 50 Prozent der Ernte gehen in ein Lebensmittel, das aus dem Alltag der Amerikaner nicht wegzudenken ist - die Erdnussbutter. 25 Prozent werden geröstet geknabbert und der Rest wandert in Süßigkeiten.

Die Boyhood Farm in Plains, auf der Jimmy Carter in seiner Kindheit lebte

Die kleine Nuss, die eigentlich eine Hülsenfrucht ist, hat vielen Regionen im Staate Georgia Wohlstand gebracht. Einen guten Überblick zur Geschichte des Erdnussanbaus gibt das landwirtschaftliche Freilichtmuseum Agrirama in Tifton. Hier hat die Erdnuss sogar ein eigenes Gebäude. Darin sieht man unterschiedliche Sorten und erfährt alles über Anbau und Erntetechniken. Die Geschichte der Peanut vom Pferdepflug bis zum modernen Traktor wird hier lebendig.  

Portraitfoto von Präsident Jimmy Carter aus dem Jahre 1977

Der Georgianer hat genug für seine Erdnüsse übrig und allemal die Fantasie, um ganz besondere Leckereien zu zaubern. Ganz vorne dabei sind gekochte Erdnüsse, die "boiled peanuts". In der Schale in Salzwasser grün, also ungeröstet gekocht merkt man den Früchten an, dass sie wirklich keine Nuss sind, schmecken sie doch wie leicht gesalzene Bohnen. Von Mai bis November werden die boiled peanuts, eine wahre Südstaatenspezialität, am Rande der Landstraßen als Snack verkauft: aus polierten Wohnwagen oder kleinen Holzhütten. Die Erdnuss hat es aber auch in die Restaurants geschafft, und zwar nicht nur als Knabberei zum Bier. Das Südstaaten-Traditionsrestaurant Pittypat's Porch in Atlanta serviert Schweinefilets in Erdnuss-Soße.

Der Peanut-Fabrikant Bobby Salter in Plains lässt in in seinem Laden die Kreativität komplett von der Leine: Kandierte Erdnüsse, in der Schale geröstet oder frittiert, Erdnussöl und "brittle", eine knusprige Praline, die man in mundgerechte Stücke bricht ...

Eine besondere Übernachtungsmöglichkeit bietet das Plains Inn im historischen Distrikt der Ortschaft. Ein wunderschönes Bed & Breakfast, in dem die Zimmer jeweils im Stil eines anderen Jahrzehnts von 1920 bis 1980 eingerichtet sind.

Reich wird man mit dem Peanutanbau heute nicht mehr. Vom großen Erdnusswohlstand alter Zeiten aber zeugt das Windsor Hotel in Americus. Die Nobelherberge wurde komplett renoviert und ist jetzt wieder die erste Adresse in der Stadt, die über lange Zeit den Großteil des Erdnusshandels abwickelte.

 

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