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STÄDTE IM NETZ

Special des Monats – Januar 2009

Afrika in Amerika: die Geechee-Kultur an Georgias Küste

Keine große Volksgruppe in den USA hat ihre afrikanischen Wurzeln so unverfälscht bewahrt wie Georgias Geechees.

Sklavenhändler verschleppten ab 1750 von der Elfenbeinküste gezielt Reisbauern, um Eine Geechee-Frau stampft Reis in der Hofwyl-Broadfield Historic Site bei Brunswickihre Arbeitskraft und ihr großes Wissen auf Reisplantagen auszubeuten. Sie verwendeten die gleichen Reissiebe und Stampfmörser wie in der Heimat. Mit den Schiffen kam aber auch die Malaria. Deshalb blieben die weißen Plantagenbesitzer in der warmen Jahreszeit lieber im Hinterland und überließen die schwarzen Arbeiter die meiste Zeit sich selbst. So entwickelten und bewahrten die Sklaven eine eigene Sprache. Nach ihrer Befreiung 1865 zogen sich viele Geechees in entlegene Siedlungen an "Georgias Reisküste" zurück, andere wanderten in den Norden der USA ab. In Georgias Nachbarstaat South Carolina heißt ihre Kultur nicht Geechee, sondern Gullah. Oft ist daher von Gullah-Geechee die Rede.

Wer am Strand der Golden Isles oder in Savannah Urlaub macht, begegnet Geechee-Traditionen auf Schritt und Tritt. Reis spielt an der Küche immer noch eine Hauptrolle, ob nun im Gumbo-Eintopf oder als Beilage. Auch Okraschoten, eine in den ganzen Südstaaten beliebte Gemüsebeilage, haben die GeechesDie Geechee-Insel Sapelo Island in der neuen Welt als erste kultiviert. Hier und dort hört man Menschen in einer Sprache reden, die wie Englisch aus Afrika klingt. Und die Malaria ist in Nordamerika schon lange besiegt.

Auf der Hofwyl-Broadfield Plantation bei Brunswick sieht man, wie vor 200 Jahren eine typische Reisplantage bewirtschaftet wurde. Ebenfalls recht gute Einblicke in die Kultur der Geechee gibt ein Besuch des Geechee-Dorfes Hog Hammock auf der Marschinsel Sapelo Island, die auch für ihre Wildpferde, ihren Leuchtturm und die Reynolds Plantation bekannt ist. Einen Höhepunkt des Geechee-Jahres bildet der Cultural Day auf Sapelo im Oktober. Das Programm des eintägigen kleinen Festivals füllen Geschichtenerzähler, Tänzer, Handwerker und Köche der Geechee-Kultur. Sapelo erreicht man nur mit einer Fähre. Auf dem Festland nahe der Anlegestelle informiert ein Besucherzentrum über die Insel. Informationen über die Kultur der Geechee und Hinweise auf Literatur findet man in der New Georgia Encyclopedia – einem Online-Lexikon über Kultur und Geschichte des Staates Georgia.

Die Reederei Savannah Riverboat Cruises hat eine besondere Schiffstour zu diesem Thema aufgelegt. Die Gullah-Geechee Dinner Performance fährt bis zum 12. August jeden ersten Donnerstag im Monat. An Bord erleben die Gäste Musik, Tanz und Geschichtenerzählungen. Gullah-Geechee-Handwerker flechten Körbe und knüpfen Netze. Am Buffet gibt es trdaitionelle Gerichte aus deren Kultur wie wie Shrimp & Grits, Geechee Style Fried Chicken und Savannah Red Rice.

Reservierung ist Pflicht. Interessenten sollten sich rechtzeitig anmelden, die Nachfrage ist groß. Die Fahrt kostet 51,95 Dollar für Erwachsene und 29,95 Dollar für Kinder, Buffet und Showeinlagen an Bord inklusive. Kinder unter drei Jahren fahren kostenlos mit. Die Fahrt geht von 19.00 bis 21.00, die Gäste gehen ab 18.00 an Bord.

Weitere Informationen zu Savannah Riverboat Cruises

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