Special des Monats – August 2008
Macon: der Südstaatentraum
Reine Südstaatenromantik: weiße Säulen, nette Menschen: Macon! Die 1823 gegründete Stadt französischen Namens hat dies alles und noch viel mehr.
Seinen ganz besonderen Charme konnte Macon über den amerikanischen Bürgerkrieg hinweg retten. Die Amerikaner
nennen die Zeit vor 1861 in bestem Latein auch „antebellum“. Und Antebellum-Häuser aus der wirtschaftlichen Hochzeit der Baumwolle besitzt Macon so viele und schöne wie kaum eine andere Stadt im Süden der USA. Ein besonders schönes Beispiel ist das Hay House. Im italienischen Renaissance-Stil anno 1859 errichtet, wurde der Palast berühmt durch seinen späteren Eigentümer Parks Lee Hay. Drei Jahre Urlaub nahm sich der Anwalt, nur um mit seiner Frischangetrauten auf einer Reise durch Europa das Inventar zu kaufen. Entsprechend prunkvoll
präsentiert sich das Haus: große Marmortreppen, riesige verzierte Türbögen und Bleiglasfenster ...
Wer sich am Tage noch nicht an den Prachtbauten sattgesehen hat, findet nach Sonnenuntergang Gefallen an vielen dezent angestrahlten Häuser in der hübschen Backstein-Altstadt und auf den Hügeln rund herum. Das 1842 Inn aus eben diesem Jahr ist eine Bed-and-Breakfast-Herberger: mit einer Veranda voller Schaukelstühle und Gästezimmern, die das Flair des mittleren 19. Jahrhunderts versprühen. Im Salon werden die Gäste zum Frühstück mit Südstaaten-Spezialitäten wie Grits und Gravy,
aber auch reichlich Früchten und selbstgemachtem Kuchen verwöhnt. Abends lässt man den Tag mit einem Drink von der Bar und Hors d’ Oeuvres ausklingen.
Es wäre allerdings ungerecht, Macon auf seine Architektur zu reduzieren. Denn die Stadt im Herzen Georgias hat auch tiefe Wurzeln in der Musik. So erinnert die Georgia Music Hall of Fame an große Namen wie Ray Charles, Little Richard und die Allman Brothers, die in Georgia lebten und arbeiteten. Als Otis Redding in seinem Soulhit Sittin’ On The Dock Of The Bay von seinem "Home in Georgia" sang, meinte er seine Heimatstadt Macon.
Ganz vom Bürgerkrieg verschont bliebt Macon übrigens doch nicht. Die einzige je auf die Stadt abgefeuerte Kanonenkugel schlug sehr unsanft in eine Villa in der Mulberry Street ein. Allerdings war der Schreck größer als der Schaden und das Cannonball House kann heute in seiner ursüprünglichen Pracht besichtigt werden. Und wer von Südstaaten-Villen und Gärten nicht lassen kann, findet noch viele mehr davon auf der Reisestraße Antebellum Trail, die in Macon beginnt und bis nach Athens in Georgia reicht.

