Musikstädte

Musikgrößen auf der Spur

Etliche Städte in Georgia bieten einen unvergesslichen Einblick in das Leben von Musikgrößen wie James Brown, R.E.M. oder Otis Redding.

Albany ist die Geburtsstadt und letzte Ruhstätte des vierfachen Academy Award-Gewinner Johnny Mercer, dem dort auch ein Denkmal am Ellis Square gewidmet wurde. Ray Charles erblickte ebenfalls in Albany das Licht der Welt. Georgia on my Mind, seine Liebesklärung an seine Heimat, wurde 1979 zum offiziellen Lied des Bundesstaates ernannt. Zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört der Ray Charles Plaza mit der lebensgroßen Statue des Sängers, der an einem Flügel sitzend, in Bronze gegossen wurde. Sie wird eindrucksvoll beleuchtet und dreht sich, während seine Evergreens erklingen. Ein weiterer wichtiger Einfluss in der Musikgeschichte von Albany stellte die Bürgerrechtsbewegung in den 1960ern dar. Die gewaltfreien Proteste der Afro-Amerikaner brachten kraftvolle Lieder hervor, die ihren Ursprung in den Kirchen hatten und Teil ihrer Kultur waren. Von diesen war der Folksänger Pete Seeger so angetan, dass er vorschlug einen Chor zusammenzustellen, der die USA bereisen sollte, um Aufmerksamkeit sowie Spendengelder für die Bewegung zu erhalten. Die SNCC Freedom Singers traten bei etlichen Demonstrationen wie dem Marsch auf Washington auf. Chormitglied Rutha Harris lebt noch immer in Albany und gründete 1995 die Albany Civil Rights Institute Freedom Singers, die jeden zweiten Samstag in der Kapelle der Old Mt. Zion Church auftreten.

Athens, die Heimat der University of Georgia, verfügt über mehr als 40 Clubs, in denen regelmäßig Live-Musik gespielt wird. Zu den bekanntesten zählt der 40 Watt Club, der schon fast allen großen Künstlern eine Bühne bot. Auf einer Music History Tour spazieren Musikfans zu den Orten, die Athens zu einem Musik-Mecca gemacht haben. So entdeckt man beispielsweise, wer R.E.M.´s Automatic for the People inspiriert hat oder wo sie ersten Auftritt absolvierten.

Augusta, die Heimatstadt von Soul-Legende James Brown, setzte ihrem bekannten Sohn mit einer lebensgroßen Bronzestatue ein Denkmal – das er 2006, ein Jahr vor seinem Tod, selbst enthüllte. Eine eigene Ausstellung mit Kostümen oder seltenen Fotos zeigt im Augusta Museum of History einen umfassenden Einblick in sein Leben. Auf einer James Brown Family Historical Tour nehmen seine Familienmitglieder Interessierte jeden Samstag mit auf eine Bustour durch die Stadt und zeigen wichtige Stationen des Godfather of Soul in Augusta. Neben James Brown ehrt Augusta auch die Country-Band Lady Antebellum mit einer eigenen Arena. Live-Musik lässt sich in diversen Clubs oder im historischen Imperial Theatre genießen. Besonders empfehlenswert sind die Garden City Jazz Konzerte am Ufer des Savannah River oder eine Moonlight Cruise auf dem Augusta Canal, bei dem eine kleine Gruppe Passagiere von Musikern auf einem Boot unterhalten wird.

Dahlonega in den nördlichen Bergen Georgias entstand als Goldgräberstadt während des ersten Goldrauschs in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts. Das musikalische Erbe der Stadt wurde von der ursprünglichen Musik der Appalachen geprägt und bei Veranstaltungen wie dem Bear on the Square Music Festival im April sowie bei Livemusik im Restaurant und Club Crimson Moon gefeiert. Ein Muss für Musikfans ist ein Besuch des John Grimm`s Vintage Music Shop oder der Manufaktur, die Jackson Steel Gitarren herstellt. 

Macon brachte gleich zwei weltbekannte Künstler hervor. Little Richard Penniman, der dort aufwuchs und in Clubs wie Miss Ann`s Tic Toc Room auftrat, bevor ihm 1957 mit dem Hit Tutti Frutti der große Durchbruch gelang. Sein Klavier ist im Tubman African American Museum ausgestellt. Und Otis Redding, der Interpret von Sitting on the Dock of the Bay, wird heute mit einer Statue in Lebensgröße im Ocmulgee Heritage Trail Gateway Park sowie mit einem Festival von 9. bis 11. September 2016 geehrt. In diesem Jahr hätte der Sänger seinen 75. Geburtstag gefeiert. Die größte Sammlung von Artefakten der Allman Brothers Band in den USA zeigt das The Big House, unter anderem Instrumente, handgeschriebene Texte, Konzertposter oder Platten. Am besten lässt sich die Musikgeschichte der Stadt auf einer geführten Rock Candy Tour jeden Freitagabend oder Samstag Morgen entdecken. Fans von Live-Musik kommen bei Auftritten lokaler Größen wie den Macon Pops auf ihre Kosten.

Savannah blickt auf eine lange musikalische Tradition zurück. 1859 veröffentlichte Lord James Piermont, Organist und musikalischer Leiter der städtischen Unitarier-Kirche, sein Weihnachtslied Jingle Bells. Der Komponist Johnny Mercer wuchs auf Burnside Island bei Savannah auf und dessen Blick über den Back River inspirierte ihn zum Stück Moon River, bekannt aus dem Film Frühstück bei Tiffanys. Des Weiteren stammen etliche Jazz-Größen wie Drummer Ben Riley, Bassist Ben Tucker oder Saxofonist Sahib Shihab sowie Big Boi vom Hip Hop-Duo OutKast aus der Hafenstadt.

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Linktipps

Wirtschafts-Informationen in deutscher Sprache über Investitionen in Georgia, Handel und Beziehungen zwischen Hochschulen beim State of Georgia, European Office