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Georgia Department of Economic Development
Georgia Tourism
Wolfgang Streitbörger
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Von der Kolonialzeit in die Unabhängigkeit

Vom Armenhaus zum eigenen Staat

Von den Briten als neue Heimat für Arme gegründet, entwickelte sich Georgia schnell zur Perle des Südens.

James Oglethorpe, ein Mitglied des Parlaments in London, hatte die Vision von der Kolonie als Paradies für die Armen Englands – als Alternative zum Schuldkerker. Als er jedoch am 9. Juni 1732 die königliche Charta für Georgia erhielt, gab er diesen Plan auf. Oglethorpe ging am 12. Februar 1733 mit 114 Kolonisten an Land. Sie errichteten ihr Lager und gründeten bald ganz in der Nähe die spätere Stadt Savannah. Zu den wenigen Gesetzen der Anfangszeit zählte, dass keine Anwälte geduldet waren. Vor allem aber verboten Oglethorpe und seine Kolonisten die Sklaverei. Dieses Verbot hatte allerdings nur bis 1750 Bestand, als man auch in Georgia begann, mit der Arbeitskraft verschleppter Afrikaner Reichtümer anzuhäufen.

In den Jahren vor der Amerikanischen Revolution war Georgia in einer verzwickten Lage: Die junge Kolonie brauchte den Schutz der Briten vor den Spaniern im Süden und vor den Franzosen im Westen ebenso wie vor den Cherokee- und Creek-Stämmen auf ihrem Territorium. Auch war der Warenaustausch mit den Briten ein tragender Bestandteil der Wirtschaft. Die Engländer jedoch erlegten der Kolonie immer schärfere Handelsbeschränkungen auf – bis die Revolutionäre unter den Kolonisten sie 1775 vertrieben. Am 15. April 1776 verabschiedete der amerikanische Kongress seine erste Verfassung und Georgia wurde einer seiner Bundesstaaten. Gemeinsam mit anderen zwölf Kolonien erklärte der Bundesstaat am 4. Juli 1776 seine Unabhängigkeit. Königstreue Bürger mussten den neu gegründeten Bundesstaat verlassen und zogen zumeist nach Kanada um. Die Briten belohnten die Treue vieler Sklaven zur Krone damit, dass sie ihnen die Freiheit und Land im kanadischen Nova Scotia schenkten oder einige von ihnen sogar nach Westafrika zurückbrachten.

Am 2. Januar 1788 stimmte Georgia der US-Verfassung zu: Als erster Südstaat und vierter Staat überhaupt.

Der Krieg mit den Briten brachte den damals rund 18.000 weißen Kolonisten in Georgia auch die Belagerung und Eroberung der Stadt Savannah durch den Feind. Nur mit knapper Not gelang es, die Briten zum Rückzug zu bewegen. Danach begann schnell die große Aufbauperiode bis zum Beginn des Bürgerkriegs 1861, die Antebellum-Zeit. Plantagenbesitzer und reiche Händler bauten Paläste, von denen bis heute noch viele erhalten sind.

Die Einführung der Entkörnungsmaschine für Baumwolle zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachte dem gesamten Süden enorme Umwälzungen. Im Ort Port Wentworth erfand Eli Whitney den sogenannten "Cotton Gin", der das mühsame Entfernen der Kerne per Hand überflüssig machte und die industrielle Revolution einläutete. Der Anbau von Baumwolle dehnte sich bald von der Küste ins Landesinnere aus und das "weiße Gold" lancierte zum wichtigsten landwirtschaftlichen Produkt. Immer mehr afrikanische Sklaven wurden gezwungen, auf riesigen Plantagen zu arbeiten. An der Küste ließen die Pflanzer auch in großem Stil Reis anbauen. Noch 1819 markierte der Chattahoochee-Fluss Georgias Westgrenze. Die weißen Bürger konnten es kaum erwarten, in die von Creek und Cherokee bewohnten Gebiete vorzudringen.

Die Sklaverei war in ganz Georgia und in allen anderen Südstaaten die Grundlage der Wirtschaft. Immer wieder versuchten Sklaven zu fliehen, obwohl sie wussten, dass sie böse Strafen zu erwarten hatten, wenn sie gefangen würden. Einige entkamen über die Underground Railroad, ein Netzwerk von Menschen, die bei der Flucht in den freien Norden und nach Kanada halfen.