Georgias Regionen

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STÄDTE IM NETZ

Wiederaufbau

Hundert Jahre Armut

Nach dem Bürgerkrieg wurde Georgia von Dürre, Hunger und Unruhen heimgesucht. Es sollte hundert Jahre dauern, bis der Staat wieder in Wohlstand lebte.

Das einst beeindruckende Schienennetz des Staates war zerstört. Georgia wurde von Unionstruppen besetzt. Mehr als 400.000 befreite Sklaven sahen sich mit einem völlig neuen Leben konfrontiert. Am 15. Juli 1870 trat Georgia wieder der Union bei: als letzter abtrünniger Staat. Die ehemaligen Sklaven hatten zwar ihre Freiheit erlangt. Viele zogen in den Norden, andere blieben als Landarbeiter. Während der Besatzung der Unionstruppen durften sie auch wählen und viele bekleideten politische Ämter.

Bald aber errichteten Rassisten ein Unrechtssystem des Terrors, das Schwarze faktisch vom politischen Leben ausschloss. Wer doch wählen ging oder sich zur Wahl stellen wollte, wurde bedroht oder ermordet. Diese schlimme Phase im späten 19. Jahrhundert im Süden der USA warf auch Georgia in seiner Entwicklung um Jahrzehnte zurück. Rassismus verhinderte die Entwicklung einer modernen Gesellschaft. Die Industrialiserung im großen Stil blieb bis zum Zweiten Weltkrieg aus. Bundesgesetze, die Schwarzen auch politische Rechte garantierten, wurden einfach nicht befolgt. Die Regierung in Washington, obwohl vom legendären Bürgerkriegsgeneral Ulysses Grant geführt, traute sich nicht, erneut Truppen in den Süden zu schicken. Die Menschen von Georgia bezahlten den Rassimus einiger Extremisten mit hundert Jahren Armut.

Erst die Bürgerrechtsbewegung ab der Mitte des 20. Jahrhunderts mit Martin Luther King aus Atlanta als einem ihrer charismatischten Führer konnte unter hohen Opfern den Bann brechen.