Unabhängigkeit
Der junge Staat Georgia
Der amerikanische Kongress verabschiedete am 15. April 1776 seine erste Verfassung und Georgia wurde einer seiner Bundesstaaten. Am 2. Januar 1788 stimmte Georgia der US-Verfassung zu: als erster Südstaat und vierter Staat überhaupt.
Der Krieg mit den Briten brachte den damals rund 18.000 weißen Kolonisten in Georgia auch die Belagerung und Eroberung der Stadt Savanah durch den Feind. Nur mit knapper Not gelang es, die Briten zum Rückzug zu bewegen. Danach aber begann schnell die große Aufbauperiode bis zum Beginn des Bürgerkriegs 1861, die Antebellum-Zeit. Plantagenbesitzer und reiche Händler bauten Paläste, von denen viele heute noch erhalten sind.
Die Einführung der Entkörnungsmaschine für Baumwolle zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachte dem gesamten Süden enorme Umwälzungen. Mit dieser Maschine konnten die Samen auf mechanischem Wege leicht aussortiert werden. Der Anbau von Baumwolle dehnte sich bald von der Küste ins Landesinnere aus; das weiße Gold wurde zum wichtigsten landwirtschaftlichen Produkt. Immer mehr afrikanische Sklaven wurden gezwungen, auf riesigen Plantagen zu arbeiten. An der Küste ließen die Pflanzer auch in großem Stil Reis anbauen. Noch 1819 markierte der Chattahoochee-Fluss Georgias Westgrenze. Die weißen Bürger konnten es kaum erwarten, in die von Creek und Cherokee bewohnten Gebiete vorzudringen.
Die Sklaverei war in ganz Georgia und in allen anderen Südstaaten die Grundlage der Wirtschaft. Immer wieder versuchten Sklaven zu fliehen, obwohl sie wussten, dass sie böse Strafen zu erwarten hatten, wenn sie gefangen würden. Einige entkamen über die Underground Railroad, ein Netzwerk von Menschen, die bei der Flucht in den freien Norden und nach Kanada halfen.

