Georgias Regionen

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STÄDTE IM NETZ

Das 20. Jahrhundert

Aufstieg und endlich die Bürgerrechte

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war noch von Armut geprägt. Die zweite Hälfte aber brachte Georgia ein Wirtschaftswunder ohnegleichen. Seine Boom-Hauptstadt Atlanta wurde zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der Südstaaten. Die Bürgerrechtsbewegung mit Martin Luther King bahnte den Weg zu einem neuen Georgia.

Im frühen 20. Jahrhundert war das Leben in Georgia größtenteils noch ländlich geprägt. Während Atlanta, Savannah, Macon und Augusta bescheidenen Wohlstand erlangten, blieben weite Teile der Staates bettelarm. Dies sollte sich jedoch in den folgenden Jahrzehnten im Zuge der nachgeholten Industrialisierung allmählich ändern. Ehemalige Landarbeiter – Weiße wie Schwarze – zogen in die Städte und trugen dort zum Wachstum der Wirtschaft bei. Wie die ganzen USA litt auch Georgia sehr unter der Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre. Die Menschen auf dem Lande traf es besonders hart. Doch bereits um 1940 arbeitete in Georgia nur noch knapp ein Drittel der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Der Zweite Weltkrieg trieb durch die Kriegsindustrie die Modernisierung des Staates deutlich voran.

Nach dem Zweiten Welkrieg begann die Wirtschaft in Georgia in beischeidenem Maße wieder zu florieren. Politische Veränderungen standen ins Haus. Ab 1950 entwickelte sich Atlanta zu einem wichtigen Zentrum der aufkeimenden Bürgerrechtsbewegung. Dr. Martin Luther King, in Atlanta geboren, übernahm das Steuer im gewaltlosen Kampf für Gleichberechtigung. King und Tausende Menschen schwarzer und weißer Hautfarbe engagierten sich in Georgia, der Rassentrennung und Diskriminierung ein Ende zu setzen. Die Kugel eines Attentäters tötete Martin Luther King im Jahr 1968 in Memphis, Tennessee. Das Ergebnis des unermüdlichen Einsatzes aber ist bis heute in den ganzen USA zu sehen. Ein historischer Nationalpark für Martin Luther King in Atlanta zeigt sein Wirken. Es spiegelt sich auch in Jimmy Carters Engagement für Menschenrechte, das der ehemalige Gouverneur von Georgia während seiner Amtszeit als Präsident der USA Anfang 1977 bis Anfang 1981 und darüber hinaus an den Tag legte. Über die Bürgerrechtsbewegung in Atlanta informiert auch der Hörfunkbeitrag von Marion Trutter für das Deutschlandradio, den man in unseren Podcasts hören und herunterladen kann einschließlich der berühmten Zeilen "I have a dream" im Originalton.

Während der 60er-, 70er- und 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung in Georgia rapide, die Wirtschaft boomte. Hunderte internationale Unternehmen siedelten sich an, der Staat erlebte den Aufstieg globaler Konzerne wie Coca-Cola, Delta Air Lines, CNN, UPS und The Home Depot. Der Hartsfield-Jackson International Airport in Atlanta stieg auf zur Nummer eins der Welt. Internationale Aufmerksamkeit als Global Players genossen Atlanta und Georgia als Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 1996. Spätestens seit Olympia hat Atlanta einen festen Platz unter den Weltstädten. Auch wenn der Weg manchmal steinig war: Die Geschichte hat Georgia gelehrt, dass man vieles schaffen kann und dass am Ende manches seinen Sinn findet. Mit diesem Wissen und Geist stellt sich Georgia auch den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.